Eine Reise durch Zeit und Raum, mitten im Herzen von Wien: Die neue interaktive Pop-Up-Ausstellung „Lourdes" lädt dazu ein, die bewegende Geschichte der Marienerscheinungen und das Leben der Heiligen Bernadette Soubirous auf völlig neue Weise zu entdecken.
Bei der Lourdesgrotte beim Kreuzgang von St. Rochus können Besucherinnen und Besucher in die Welt der Pyrenäen des 19. Jahrhunderts eintauchen und die „echte" Bernadette kennenlernen – ein Mädchen, das trotz Armut und Krankheit durch ihre entwaffnende Ehrlichkeit und ihren Humor bestach.
Innovatives Konzept mit modernen Medien Über die Web-App www.kirchbesuch.app/lourdes werden sie mittels Video-Guides durch fünf Stationen geleitet. Die erste und fünfte Station befinden sich in der Rochuskirche selbst, die mittleren Stationen führen einen hinaus zur Lourdesgrotte im Grünstreifen beim Kreuzgang.
Die Ausstellung geleitet nicht nur von der Rochuskirche zur Grotte in der kleinen Grün-Oase, sondern auch vom „Cachot", dem ärmlichen Stadtgefängnis der Familie Soubirous, über die 18 Erscheinungen an der Grotte von Massabielle bis zu Bernadettes verborgenen Jahren im Kloster von Nevers. Die Ausstellung zeigt, dass Wunderheilungen keine Vergangenheit sind – bis heute wurden über 70 Wunder kirchlich anerkannt. Pater Rudolf Schaffgotsch, erfahrener Lourdes-Pilger und Krankenhausseelsorger, führt in Video-Impulsen durch Bernadettes Leben. Christoph Wellner von Radio Klassik Stephansdom liest bewegende Passagen aus Franz Werfels berühmtem Roman „Das Lied von Bernadette", darunter die eindringliche Szene, in der Kaiserin Eugénie bekennt: „Wie soll die Quelle helfen, wenn man sie schon vorher verleugnet!"
Geistlicher Pilgerweg
Die Ausstellung ist mehr als historische Information – sie lädt zur persönlichen Reflexion ein. Jede Station kann mit einem Rosenkranz-Gesätzchen abgeschlossen werden, wobei Video-Impulse verschiedener Gemeinschaften (Radio Maria, Gemeinschaft Immaculata, Cenacolo, Legio Mariä, Friedensgebet im Stephansdom, Stift Heiligenkreuz) zum Gebet anleiten. Inspiriert von Bernadettes „Selbstvergessenheit" werden konkrete geistliche Fragen gestellt: Wie kann ich freier von mir selbst werden? Traue ich mich, für andere zu bitten? Die Ausstellung ist kostenlos zugänglich, ein Smartphone oder Tablet mit Internet-Zugang und eventuell Kopfhörer genügen, um in die Welt der Bernadette Soubirou eintauchen zu können.
Ca. 83 % der Kosten sind bereits durch Spenden hereingekommen. Dafür sind wir sehr dankbar!
Große Projekte kosten leider viel Geld - sind aber nachher besonders schön! Daher bitten wir weiterhin um Ihre Großzügigkeit.
Wer kennt sie nicht, die Lourdes-Grotten? Allein in Österreich gibt es Dutzende davon. Und jeder mag sie. Wofür diese Pilgerorte stehen und warum sie so verbreitet sind, möchten wir ein wenig beleuchten.
Es ist das Jahr 1940 und in einem Großteil Europas tobt ein fürchterlicher Krieg. Auf ihrer Flucht vor den Nazis gelangt ein Paar in Frankreich immer weiter nach Süden und befinden sich nun kurz vor der rettenden spanischen Grenze. Von dort würde ihnen die Welt offenstehen.
Der bekannte Schriftsteller und seine nicht minder bekannte Frau müssen sich gedulden und in einem Ort namens Lourdes Quartier nehmen. Katholischen Ohren klingt der Name des südfranzösischen Städtchens vertraut, doch die beiden Ruhelosen haben mit dem christlichen Glauben höchstens am Rande zu tun. Er ist angesehener Schriftsteller des soeben mal wieder untergegangenen Österreich und sie die „femme fatale“ und legendäre Künstlergattin, die sich zwischen ihren jüdischen Geliebten und Ehemännern und dem gerade angesagten Antisemitismus nicht recht entscheiden kann…
Jedenfalls ist Alma Mahler-Werfel nun einmal doch mit Franz Werfel gekommen und wartet auf den anstehenden Grenzübertritt. Er jedoch macht ein Gelübde an die Jungfrau: Wenn sie die rettende Küste Amerikas erreichen, werde er das Lied der kleinen Bernadette Soubirous singen, der das Privileg zuteil wurde, die Madonna selbst zu sehen:
„Ich habe es gewagt, das Lied von Bernadette zu singen, obwohl ich kein Katholik bin, sondern Jude. Den Mut zu diesem Unternehmen gab mir ein weit älteres und viel unbewußteres Gelübde. Schon in den Tagen, da ich meine ersten Verse schrieb, hatte ich mir zugeschworen, immer und überall durch meine Schriften zu verherrlichen das göttliche Geheimnis und die menschliche Heiligkeit – des Zeitalters ungeachtet, das sich mit Spott, Ingrimm und Gleichgültigkeit abkehrt von diesen letzten Werten unseres Lebens.“
Dieses Lied von der unmittelbaren Berührung des Himmels mit der Erde, von diesem „göttlichen Geheimnis“ und den „letzten Werten des Lebens“ singt auch heute noch jede dem Originalschauplatz nachempfundene Grotte, die an das unerwartete und wunderliche Zusammentreffen zwischen der, wie Bernadette selbst sagte, „weißen schönen Dame“ und dem bitterarmen Mädchen erinnert.
Die erste Begegnung mit der Madonna hatte Bernadette am 11. Februar 1858 und die beiden beteten gemeinsam. Zu insgesamt 18 Begegnungen wird es kommen, die dem armen Mädchen aber auch große, fast unüberwindliche Schwierigkeiten machen; die Einflußreichen des Ortes beschimpfen, verachten sie, schüchtern sie mit schrecklichen Drohungen ein und setzten sie massiv unter Druck, eine Lüge zu gestehen. Aber sie hat kein Täuschungsmanöver begangen.
Es kommen aber immer mehr Menschen zur Grotte beim Mistplatz und es ereignen sich unerklärliche Dinge: Bernadette verbrennt ihre lange in eine Kerzenflamme gehaltene Hand nicht. Auf den Wink der Erscheinung gräbt sie eine unbekannte Quelle aus, in deren Wasser bis heute über 7000 Menschen geheilt worden sind.
Und so ist der Strom der Gläubigen nicht mehr aufzuhalten. Sogar der Pfarrer muß anerkennen, daß hier nicht ein überspanntes Mädchen am Werk ist, sondern der Himmel. Lourdes wird zum größten Wallfahrtsort Frankreichs und zum Synonym für Hoffnung.
Erst vor wenigen Tagen wurde ein von Geburt an taubes Mädchen in Lourdes geheilt! Doch es gibt auch andere Heilungen. So wurde jemand zwar nicht von seinen körperlichen Behinderungen befreit, doch war mit einem Mal die Freude zurück und ein ungeheuer belebender Humor, der nun anderen Kranken zugute kommt, die in Lourdes Trost und eventuell sogar Heilung suchen.
Franz und Alma Werfel haben es übrigens geschafft uns sind in den USA angekommen. Die Erfüllung des Gelübdes ließ nicht lange auf sich warten und wuchs sich zu dem größten Erfolg des Autors aus.
Nun gibt es Überlegungen, den alten Trend zur Grotte hier wiederzubeleben: Neben dem Kreuzgang wuchert ein kleiner Garten vor sich hin und bringt schon einige Rosen hervor, die sich sicher gut mit einer hl. Grotte vergesellschaften lassen. Dazu bräuchte es kleiner Investitionen, auch ein Zugang muß her. Das wäre ein kleiner, grüner Überraschungsort der Andacht und Erholung! Wer sich engagieren möchte, melde sich bei P. Philipp.
Röm.-kath.
Pfarre St. Rochus und Sebastian
Landstraßer Hauptstraße 54-56
1030 Wien
Österreich
Bus 4A, 74A / U-Bahn U3 - Station Rochusgasse