Jahr der Barmherzigkeit

Die Rochuskirche hat eine „Pforte der Barmherzigkeit“ im Heiligen Jahr

Papst Franziskus hat mit 8. Dezember 2015 ein außerordentliches Heiliges Jahr ausgerufen und die Heilige Pforte im Petersdom in Rom geöffnet.

Dieses Jahr soll alle Menschen, besonders aber die Katholiken einladen, „barmherzig wie der Vater“ zu werden. Entsprechend dem Wunsch des Papstes nach „Pforten der Barmherzigkeit“ auch in den Ortskirchen, hat Kardinal Schönborn zusätzlich zum Stephansdom auch andere Kirchen im Erzbistum gebeten, eine solche einzurichten. Wir gehören dazu. Seit dem 13. 12. haben wir unserem Hauptportal eine goldene Fassung gegeben und feierlich  im Rahmen der Firmvorstellungsmesse eröffnet. Das Heilige Jahr dauert bis zum letzten Sonntag des Kirchenjahres im November. In St. Rochus wird das Durchschreiten der Pforte am 13. November enden. Im folgenden sind dazu Hinweise, Erklärungen und vieles mehr zu finden.

Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters

Das Geheimnis des christlichen Glaubens scheint in diesem Satz auf den Punkt gebracht zu sein. In Jesus von Nazareth ist die Barmherzigkeit des Vaters lebendig und sichtbar geworden und hat ihren Höhepunkt gefunden. Der Vater (…) hat nie aufgehört auf verschiedene Weise und zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte seine göttliche Natur mitzuteilen. Als aber die »?Zeit erfüllt war?« (Gal 4,4), sandte Er, seinem Heilsplan entsprechend, seinen Sohn, geboren von der Jungfrau Maria, um uns auf endgültige Weise seine Liebe zu offenbaren. Wer Ihn sieht, sieht den Vater (vgl. Joh 14,9). Jesus von Nazareth ist es, der durch seine Worte und Werke und durch sein ganzes Dasein die Barmherzigkeit Gottes offenbart.

Dieses Geheimnis der Barmherzigkeit gilt es stets neu zu betrachten. Es ist Quelle der Freude, der Gelassenheit und des Friedens. Es ist Bedingung unseres Heils. Barmherzigkeit – in diesem Wort offenbart sich das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Barmherzigkeit ist der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott uns entgegentritt. Barmherzigkeit ist das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen. Barmherzigkeit ist der Weg, der Gott und Mensch vereinigt, denn sie öffnet das Herz für die Hoffnung, dass wir, trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld, für immer geliebt sind.

(Papst Franziskus Misericordiae Vultus. Verkündigungsbulle des ausserordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit.)

Die Tür - Bei Johannes sagt Jesus: Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden

Die Tür hat in kirchlichen Gebäuden immer eine große symbolische Bedeutung. Bei Johannes sagt Jesus: Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Es ist ein Übergehen vom Zustand der Sünde in den Zustand der Gnade. Klarerweise ist es keine magische Tat, eine Pforte zu durchschreiten. Es ist vielmehr dann ein religiöses Zeichen, wenn ich ihm einen Inhalt gebe. Wenn ich also glaubend diese Pforte durchschreite, mitsamt dem Staub, der sich während der Pilgerschaft durch die Welt auf mein Kleid gelegt hat, und wenn ich mich innerlich sammle und sage, ich möchte gerne von einem Zustand der Sünde in einen Zustand des Lebens gelangen, und ich erkenne an, dass Christus meine Tür ist, meine Rettung, und ich höre in meinem Ohr Jesus sagen: Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden, dann bin ich im Einklang mit dem Heiligen Vater.

Beichte und Ablass – da bleibt ein Rest

In der Beichte vergibt Gott die Sünden. Wenn aber der Schmerz über die begangenen Sünden nicht so groß ist, dann bleibt da ein Rest, ein Rückstand von Strafe und Leid. Diesen Rückstand büßt man ab, entweder hier im irdischen Leben oder im Jenseits. Der Ablass – und da liegt seine Kostbarkeit – gibt die unendliche Barmherzigkeit Gottes weiter: er macht an dieser Stelle sauber, nimmt gewissermaßen als Staubsauger Gottes die Krümel der Sünde weg. Wenn also ein Mensch nach der Beichte den Ablass erhält, dann ist er praktisch wie nach der Taufe: Der Mensch beginnt ein neues Leben. Das drückt er aus mit dem Durchschreiten der Pforte. Dazu kommen die üblichen Auflagen: Beichte und Kommunion, Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters, ein Vaterunser und das Glaubensbekenntnis. Diese Auflagen sind wichtig, weil sie das Ganze strukturieren – aber das wichtigste ist die Substanz. Und die liegt in der aufrichtigen Reue des Herzens. Beichte und Ablass gehören zusammen, und auf ihnen liegt der Fokus eines jeden Heiligen Jahres. In der Rochuskirche gibt es jeden Wochentag vor der hl. Messe 8.00 Uhr und von 18 bis 19 Uhr Beichtgelegenheit. An den Sonn- und Feiertagen von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und während der Abendmesse.

Logo und Motto fassen auf geglückte Weise zusammen, um was es bei diesem Jubiläum geht

Logo und Motto fassen auf geglückte Weise zusammen, um was es bei diesem Jubiläum geht. Das aus dem Lukasevangelium stammende Wort Barmherzig wie der Vater (6,36) lädt ein, diese Barmherzigkeit nach dem Vorbild des Vaters zu leben. Dieser ruft dazu auf, nicht zu urteilen oder gar zu verdammen, sondern zu vergeben und in geradezu maßloser Weise Liebe und Verzeihung zu schenken (vgl. Lk 6,37-38). Das Logo – ein Werk des Jesuiten Marko I. Rupnik – präsentiert sich als eine kleine Summa Theologiae zum Thema der Barmherzigkeit. Es zeigt in der Tat den Sohn, der sich den verlorenen Menschen auf die Schultern lädt. Hier wird ein Bild aufgegriffen, das schon die frühe Kirche sehr geschätzt hat, weil es die Liebe Christi zeigt, der das Geheimnis seiner Menschwerdung im Werk der Erlösung zur Vollendung führt. Das Bild ist so gestaltet, dass deutlich wird, wie der gute Hirte in direkten Kontakt mit dem Fleisch des Menschen kommt. Er tut dies mit einer Liebe, die in der Lage ist Leben zu verändern. Ein Detail des Bildes darf uns nicht entgehen: Der gute Hirte trägt die Menschheit mit außerordentlicher Barmherzigkeit auf den Schultern und seine Augen verbinden sich mit denen des Menschen. Christus sieht mit dem Auge Adams, und dieser mit dem Auge Christi. Jeder Mensch entdeckt also in Christus, dem neuen Adam, die eigene Menschlichkeit und, indem er in Christi Blick die Liebe des Vaters wahrnimmt, die Zukunft, die ihn erwartet.

Die Szene ist von einer sogenannten Mandorla, einer mandelförmigen Figur, eingefasst. Diese in der antiken und mittelalterlichen Ikonographie beliebte Form deutet die gleichzeitige Präsenz der göttlichen und der menschlichen Natur in Christus an. Die drei konzentrischen Ovale mit ihrem progressiven, nach außen immer heller werdenden Farbverlauf symbolisieren die Bewegung Christi, der den Menschen aus der Nacht der Sünde und des Totes zum Licht bringt. Auf der anderen Seite steht die tiefdunkle Farbe im Zentrum auch für die Undurchdringlichkeit der Liebe des Vaters, der alles verzeiht. 

Gebet zum Heiligen Jahr. Herr Jesus Christus, du hast uns gelehrt, barmherzig zu sein wie der himmlische Vater

Herr Jesus Christus,du hast uns gelehrt, barmherzig zu sein wie der himmlische Vater,und uns gesagt, wer dich sieht, sieht ihn.Zeig uns dein Angesicht, und wir werden Heil finden. Dein liebender Blick befreite Zachäus und Matthäus aus der Sklaverei des Geldes; erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon,das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen; ließ Petrus nach seinem Verrat weinen und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu. Lass uns dein Wort an die Samariterin so hören, als sei es an uns persönlich gerichtet: „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht!“ Du bist das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Vaters und offenbarst uns den Gott, der seine Allmacht vor allem in der Vergebung und in der Barmherzigkeit zeigt. Mache die Kirche in der Welt zu deinem sichtbaren Antlitz, dem Angesicht ihres auferstandenen und verherrlichten Herrn.

Du wolltest, dass deine Diener selbst der Schwachheit unterworfen sind, damit sie Mitleid verspüren mit denen, die in Unwissenheit und Irrtum leben. Schenke allen, die sich an sie wenden, die Erfahrung, von Gott erwartet und geliebt zu sein und bei ihm Vergebung zu finden. Sende aus deinen Geist und schenke uns allen seine Salbung, damit das Jubiläum der Barmherzigkeit ein Gnadenjahr des Herrn werde und deine Kirche mit neuer Begeisterung den Armen die Frohe Botschaft bringe, den Gefangenen und Unterdrückten die Freiheit verkünde und den Blinden die Augen öffne.

So bitten wir dich, auf die Fürsprache Marias, der Mutter der Barmherzigkeit, der du mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen

Die leiblichen und die geistlichen Werke der Barrmherzigkeit – Kennzeichen im Leben des Christen

Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstigen tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen,Tote bestatten

Die geistigen Werke der Barmherzigkeit: Irrende zurechtweisen, Unwissende lehren, Zweifelnden recht raten, Trauernde trösten, Lästige geduldig ertragen, denen, die uns beleidigen, gern verzeihen, für Lebende und Tote beten.

“Es ist mein Wunsch, dass die Kirche in dieser Zeit des Jubiläums den in den leiblichen und geistlichen Werken der Barmherzigkeit enthaltenen Reichtum wiederentdecken möge. Denn die Erfahrung der Barmherzigkeit wird sichtbar im Zeugnis konkreter Zeichen, wie Jesus selbst es uns gelehrt hat. Jedes Mal wenn die Gläubigen eines oder mehrere dieser Werke selbst tun, werden sie sicherlich den Jubiläumsablass erlangen. Daraus ergibt sich die Pflicht, aus der Barmherzigkeit zu leben, um die Gnade der vollkommenen und umfassenden Vergebung durch die Kraft der Liebe des Vaters zu erlangen, der niemanden ausschließt. Es wird sich daher um einen vollkommenen Jubiläumsablass handeln, Frucht des Ereignisses selbst, das mit Glaube, Hoffnung und Liebe gefeiert und gelebt wird” (Aus dem Schreiben von Papst Franziskus an den  verehrten Bruder Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Neuevangelisierung vom 1.9.2015).

Mehr Barmherzigkeit

Noch einiges Wissenswertes über die Barmherzigkeit und dieses spezielle Jahr finden sich hier.

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